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Der European Energy Award (2012-2014)

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Dokumentation 2012-2014

2.2.2 Ergebnisse der

2.2.2 Ergebnisse der einzelnen Maßnahmenbereiche Vorbemerkungen zu den einzelnen Handlungsfeldern Der Landkreis Görlitz hat mit 71 Prozent der zu erreichenden Punkte ein sehr gutes Ergebnis erlangt. Insbesondere wenn man bedenkt, dass man ab 75 Prozent die höchste Qualitätsstufe der eea-Zertifizierung erreicht – den eea in Gold. Hatte der Landkreis im ersten Audit noch 63 Prozent der möglichen Punkte erreicht, konnte somit das Ergebnis deutlich gesteigert werden. Dies ist im Wesentlichen auf eine schnelle Umsetzung von Maßnahmen aus dem Energiepolitischen Arbeitsprogramm zurückzuführen sowie der zielorientierten Energiearbeit aller am Prozess Beteiligten zu verdanken. Einschränkend muss erwähnt werden, dass es im Prozess des eea 2012 zu einer Systemumstellung gekommen ist. Durch eine veränderte Schwerpunktsetzung lassen sich die einzelnen Bereiche nicht vergleichen, so wurde etwa das Aufgabenspektrum im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit deutlich ausgeweitet und im Bereich der Ver- und Entsorgung etwas verringert. An der grundsätzlichen Richtung der Zertifizierung hat sich jedoch nichts geändert. Da sich der Arbeitsumfang eher erhöht hat, kann man von einer deutlichen Verbesserung sprechen. 1. Entwicklungsplanung, Raumordnung (71 %) Der Landkreis Görlitz stellt sich mit dem Energieteam und seinen politischen Gremien den Aufgaben des Klimaschutzes und der Energiewende. Für den „Energiekreis Nr. 1“ wird es dabei einerseits um die politische Positionierung zur Stromgewinnung aus Braunkohle gehen, andererseits um die Umsetzung von Klimaschutzzielen in seinem Einflussbereich, die Potenzialnutzung und die Erreichung der definierten CO2-Minderungsziele. Der Neubau des Landratsamtes in Görlitz war dabei ein zentrales Projekt, bei dem der Landkreis seiner klimapolitischen Vorbildrolle von der Ausschreibung über die bauliche Umsetzung bis hin zur heutigen Nutzung gerecht wurde und wird. Die Zuständigkeit für Planungsaufgaben unterscheidet sich erheblich zwischen Landkreisen und kreisangehörigen Kommunen. Kreise wirken in ihrer Funktion als Träger öffentlicher Belange an den vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanungen von Städten und Gemeinden mit, ihre direkten Einflussmöglichkeiten sind jedoch vergleichsweise gering. Hinsichtlich der Berücksichtigung energetischer Kriterien bei der Aufstellung von Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen können sich Kreise mit Empfehlungen, der Vermittlung von Best-Practice-Beispielen, Arbeitsgruppen der Planungsämter der Städte und Gemeinden und der Koordination über den Regionalplanungsverband engagieren. Auch in der Baukontrolle und Bauberatung sollte der Landkreis den Kommunen Vorbild sein und Unterstützung bei der Überprüfung der Einhaltung der EnEV und des EEWärmeG geben. Die meisten Veränderungen in diesem Bereich hat es durch die Fortschreibung der THG-Bilanz und die Erarbeitung einer Klimafolgeabschätzung gegeben. Aber auch die Budgetuntersetzung des bis 2017 gültigen „Energiepolitischen Arbeitsprogramms“ brachte Verbesserungen. Lediglich in der Landschaftsplanung hat der Kreis eigene Zuständigkeiten. Diese eröffnen Möglichkeiten, konkrete Maßnahmen bei der Freiraumplanung sowie beim Immissions- und Klimaschutz und zur Anreicherung der Landschaft u. a. mit Gehölzen anzuregen. Unterstützt wird die Umsetzung von derartigen Projekten im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK). Weitere Potenziale des Landkreises bestehen im Bereich der Bauberatung, bei Vor-Ort-Kontrollen sowie bei der Unterstützung der Kommunen. 2. Kommunale Gebäude, Anlagen (61 %) Ein konsequentes Energiemanagement für die kreiseigenen Gebäude ist nach der Kreisreform aufgebaut worden und erfährt eine stetige Verbesserung. Nach der vollständigen Erfassung des Gebäudebestands ist die Bildung von Kennzahlen abgeschlossen. Die Umsetzung des Energiecontrollings, basierend auf einer mindestens monatlichen Ablesung durch die Hausmeister, ist praktisch abgeschlossen und hat sich im Verwaltungsalltag bewährt. Der Anteil der vierwöchigen Erfassung der Verbrauchskennziffern liegt bei 100 Prozent. Erfahrungsgemäß ist die regelmäßige Qualifikation der Hausmeister eine wesentliche Voraussetzung zum Erreichen niedriger Energieverbräuche in kommunalen Gebäuden, ebenso haben sich in anderen Kreisen Leistungsvereinbarungen bewährt, die an erreichte Energieeinsparungen gebunden sind. Im Zuge der Einführung der Doppik wurden bei allen Gebäuden Vor-Ort-Begehungen durchgeführt, die 20

Kompetenz für Sofortmaßnahmen überprüft und das Potenzial für ein „Lastmanagement“ ermittelt. Es wird empfohlen, bei anstehenden Investitionsentscheidungen neben einer reinen Kostenbewertung auch langfristig die Betriebs-, insbesondere Energiekosten, und klimapolitische Faktoren wie die CO₂-Emissionen zu berücksichtigen. Wesentliche Verbesserungen bei der Optimierung der Energieeffizienz und der Verbrauchsreduktion werden bei künftigen Vorhaben durch die Einhaltung der neu definierten Baustandards erreicht. Auch die Arbeit der Arbeitsgruppe Energieeffizienz hat die Gesamtsituation in diesem Maßnahmenbereich 2 stark vorangebracht. 3. Versorgung, Entsorgung (48 %) Die Zuständigkeit im Landkreis Görlitz beschränkt sich im Wesentlichen auf die Entsorgung/Abfallwirtschaft. Hier werden im Landkreis Görlitz zum Teil gute Ergebnisse erreicht. Im Jahr 2012 wurde ein gesamtkreisliches Abfallwirtschaftskonzept erarbeitet und in Kraft gesetzt. Eine energetische Nutzung des Bioabfalls konnte jedoch noch nicht realisiert werden. Auch musste aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Nutzung von Deponiegas in Kunnersdorf eingestellt werden. Eine Studie zur Reststoffnutzung zur dezentralen Energiebereitstellung aus Biomasse wurde abgeschlossen. Durch die erhöhten Anforderungen und die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten mussten in diesem Bereich Einbußen bei der Bewertung hingenommen werden. 4. Mobilität (67 %) Nutzbarer Handlungsspielraum besteht in der Verbesserung des effizienten Fahrzeugeinsatzes der eigenen Fahrzeuge. Mit der Verbrauchserfassung des Fuhrparks und der Begrenzung des CO₂-Ausstoßes für neu beschaffte Fahrzeuge sind bereits sehr gute Schritte zu verzeichnen. Eine Verbesserung bei der umweltfreundlichen Mobilität der eigenen Mitarbeiter konnte mit der Einführung des Jobtickets erreicht werden. Für den Radverkehr wird das Radwegekonzept des Freistaates Sachsen regelmäßig fortgeschrieben; das überörtliche und touristische Radwegenetz ist weitgehend gut ausgebaut und beschildert (1200 km). Im Freistaat Sachsen wurde 2008 die Beschilderungsrichtlinie neu herausgegeben, so dass Anpassungen im Landkreis Görlitz seitdem realisiert werden. Der Nahverkehrsplan wurde 2009 überarbeitet und 2010 beschlossen. Bereits vorhanden sind ein in der Regel im Stundentakt verkehrendes, flächendeckendes Busnetz und die Anbindung an den Schienenverkehr mit guten bis sehr guten Übergangsmöglichkeiten. Bedarfssysteme sind eingerichtet; der Schülerverkehr wird als öffentliches Liniennetz betrieben. Die erreichten Ergebnisse sind überdurchschnittlich, insbesondere bzgl. der Mobilitätsinformation und des durch den ZVON durchgeführten Mobilitätsmarketings und der Tarifgestaltung. Öffentlichkeitsarbeit und Mobilitätsaktionen werden gezielt genutzt, um entgegen der demografischen Entwicklung die Nutzerzahlen beim ÖPNV mindestens konstant zu halten. 5. Interne Organisation (86 %) Die personelle Untersetzung der Aufgaben des Energiemanagements, des Umweltschutzes und des Bereiches Mobilität ist sichergestellt. Produkte und Dienstleistungen sind definiert und das Personal ist mit Kompetenzen ausgestattet. Der allgemeinen Aufgabe Klimaschutz als Erweiterung des Handlungsfelds des Kreises wurde mit der Schaffung einer Planstelle entsprochen. Richtlinien zur umweltfreundlichen Beschaffung von Büromaterialien sind vorhanden; sollten aber noch erweitert werden. Im Bereich Bau konnten mit dem Inkrafttreten der Dienstanweisung Bau Verbesserungen bei den Vergaben, aber auch bei den Beschaffungen, erreicht werden. Eine weitere Dienstanweisung verpflichtet die Mitarbeiter zur Prüfung neuer Finanzierungsmodelle (z. B. Contracting). Weitere Verbesserungen sind bei den Regelungen zu den Dienstreisen möglich, insbesondere da hier Synergieeffekte zur umweltfreundlichen Mobilität der Beschäftigten bestehen und das Landratsamt damit auch einer Vorbildrolle gerecht wird. Durch konsequente Umsetzung der gestellten Aufgaben konnte sich die interne Organisation zum stärksten Bereich in diesem Managementsystem entwickeln. 6. Kommunikation, Kooperation (75 %) Es gibt eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Energie mit Presseartikeln, Veröffentlichungen und Webseiten. Diese werden von der Verwaltung selbst, aber auch von der ENO mbH und anderen Institutionen bzw. Arbeitsgruppen außerhalb der Kernverwaltung getragen. Zentrales Instrument ist 21