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Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt?

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Eine Studie zur Verbesserung der Verbleibchancen qualifizierter Frauen im Landkreis Görlitz

Inhalt 1 Einleitung 1

Inhalt 1 Einleitung 1 Einleitung 2 Demografische und sozialstrukturelle Rahmenbedingungen im Landkreis Görlitz 2.1 Bevölkerung und Wanderung 2.2 Bevölkerungsdichte und Geschlechterproportionen 2.3 Wanderungsraten 2.4 Bildung 2.5 Beschäftigung 2.6 Bildungs- und Beschäftigungsmarkt 2.7 Zur Lage qualifizierter junger Menschen im Landkreis Görlitz 3 Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt? Eine Untersuchung im Landkreis Görlitz 3.1 Untersuchungsgruppe der quantitativen Erhebung 3.2 Wanderungsneigungen und Verbleibfaktoren 3.3 Erklärungsfaktoren für Wanderung und Verbleib 3.3.1 Berufliche Zukunft 3.3.2 Soziale Nahbeziehungen und ehrenamtliches Engagement 3.3.3 Herkunft 3.3.4 Infrastruktur: Freizeit und Mobilität 3.3.5 Sogwirkung der Städte oder Attraktivität des Landlebens? 3.3.6 Diskurse 4 Forschungsprozess als regionaler Kommunikations- und Aktivierungsprozess 4.1 Forschungs- und regionaler Kommunikationsprozess 4.2 Workshop und Werkstätten im Forschungsprojekt 4.2.1 Dezember 2015: Einführungs-Workshop „Bleiben.Verstehen.Anerkennen“ 4.2.2 Mai 2016: Erste Forschungswerkstatt 4.2.3 September 2016: Zweite Forschungswerkstatt 4.2.4 November 2016: Abschlusstagung und Dritte Forschungswerkstatt 5 Handlungsempfehlungen 5.1 Wissensbestände im Landkreis wahrnehmen 5.2 Wanderungswünsche in Lebensphasen beeinflussen 5.2.1 „Phase der entschlossenen Wanderung“ (16- bis 20-Jährige) 5.2.2 „Phase der lokalen Unentschiedenheit“ (24- bis 29-Jährige) 5.2.3 „Phase des kritischen Bleibens“ (30- bis 40-Jährige) 5.3 Verbesserung der Verbleibchancen qualifizierter Frauen – Handeln empfohlen! 5.4 Impressionen: Statements der Befragten 5 7 7 8 9 10 10 12 13 15 15 16 18 18 20 21 21 22 24 25 25 26 26 26 28 29 30 30 30 30 31 32 32 34 Die vorliegende Studie fasst die wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Ergebnisse des Projektes „Verbesserung der Verbleibchancen junger Frauen im Landkreis Görlitz: Analyse, Vernetzung und Handlungsempfehlungen“ zusammen, das in zwei Bewilligungsphasen in den Jahren 2015 und 2016 durch die Demografie- Richt linie des Freistaates Sachsen gefördert und als Kooperationsprojekt des Landkreises (vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragte Frau Ines Fabisch) und der Hochschule Zittau/ Görlitz (TRAWOS-Institut) realisiert wurde. Relevanz Die Verbesserung der Verbleibchancen junger Menschen und in besonderer Weise von jüngeren und höher qualifizierter Frauen in peripheren ländlichen Räumen Sachsens ist von zentraler Bedeutung für die demografische und gesellschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten. Dafür sind fünf Gründe und Prozessdynamiken verantwortlich: (1) Zunächst ist die demografische Entwicklung in Sachsen und besonders in peripheren ländlichen Räumen nicht nur durch eine hohe Alterungsdynamik, sondern auch durch die überproportionale Abwanderung junger Menschen (16 bis ca. 35 Jahre) gekennzeichnet. Auch wenn sich die Abwanderungsdynamik in den letzten Jahren hinsichtlich der Zielorte verändert und in den ruralen Regionen Sachsens differenziert, zum Teil auch verlangsamt hat, die Schrumpfung der ländlichen Bevölkerung in Sachsen hält an und generiert komplexe Folgeprobleme, denen sich die regionalen Akteure stellen müssen. (2) Seit Jahren hat sich in den ländlichen Gebieten – auch im Landkreis Görlitz – ein Männerüberschuss herausgebildet, der sich einem (gegenüber den Männern) überproportionalen Wegzug junger Frauen wie einer höheren Rückkehrquote von Männern verdankt. Gerade für die Kleinstädte und Dörfer in der Region zieht diese Verwerfung schwerwiegende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Langfristfolgen nach sich. (3) Der Umstand, dass gerade junge Frauen im gebärfähigen Alter die ländlich peripheren Regionen verlassen und in urbane Zentren migrieren, potenziert die demografischen Ungleichgewichte (Alt-Jung, Männer-Frauen) und Schrumpfungsprozesse. Selbst bei einem leichten Anwachsen der Fertilitätsraten der in der Region verbleibenden jungen Frauen sinkt die Einwohnerzahl weiter und mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar schneller als bisher (vgl. die jüngsten Bevölkerungsvorausschätzungen des BiB sowie den Demografie-Monitor Sachsen). Die Bevölkerungsgruppe der jungen Frauen spielt eine Schlüsselrolle in der Stabilisierung und Gestaltung demografischer Verhältnisse in der Region Oberlausitz und anderen ländlichen Gebieten in Sachsen und der gesamten Bundesrepublik. (4) Junge Frauen repräsentieren angesichts der demografisch mitbedingten Arbeitsmarkt- Dynamiken eine wichtige Entwicklungsressource für die peripheren ländlichen Räume. Gerade gut und hoch qualifizierte junge Frauen sind in Rücksicht auf den sich abzeichnenden oder bereits begin nenden Fachkräftemangel für die sozioökonomische und gesellschaftliche Entwicklung von eminenter Bedeutung. Das schließt nicht nur deren Arbeitskraftvolumen, sondern auch ihre kreativen Potentiale, Impulse für neue attraktive Lebensstile oder bürgerschaftliches Engagement sowie soziale Integrationsfunktionen ein. Verbleiben junge Frauen nicht stärker in der Region, ist einerseits mit gesteigerten wirtschaftlichen Entwicklungsproblemen zu rechnen. Andererseits würden diese (z. B. Verlagerung von Produktions- und F&E-Standorten) sowie das Fehlen der angesprochenen sozialen und kulturellen Vermögen und Impulse zum Attraktivitätsverlust der Region beitragen, so dass eine Negativspirale einsetzen bzw. sich stabilisieren könnte. (5) Aus Gleichstellungsperspektive repräsentiert der Abwanderungsdruck auf junge Frauen auch aufgrund relativ schlechter Erwerbsarbeits- und insbesondere Aufstiegs- und Karrierechancen nicht nur demografisch, sondern auch gesellschaftspolitisch ein virulentes Problem, dessen Lösung in Kooperation mit den relevanten Akteuren stärker als bisher vorangetrieben werden muss. Projektziele Leitziel des Projektes war die Erhöhung der Verbleibchancen junger, vor allem höher qualifizierter Frauen im Landkreis Görlitz. Dieses Vorhaben ordnet sich in die Entwicklungsorientierungen des Landkreises Görlitz (Strategie entwicklung) ein. Sie umfassen neben der Stärkung aller wirtschaftlich relevanten Bildungs- und Qualifikationspotentiale und der nachhaltigen Entwicklung der Geschlechtergleichstellung u. a. eine Stärkung der „Willkommenskultur und sozialer Kompetenzen“, die Eröffnung neuer und attraktiver „individueller 5

Strategie / Planung